Vor der Entscheidung kommt die Auswahl

Zwischen drei verschiedenen Möglichkeiten der Schwimmbadbeheizung wird hauptsächlich unterschieden:
dem Solarabsorber, der Wärmepumpe und dem Wärmetauscher. Der Wärmetauscher wird üblicherweise
über die Hausheizung oder Elektroheizung betrieben, während Schwimmbad- oder Solarabsorber meist auf
dem Dach angebracht werden und ebenso wie Wärmepumpen in der Regel ausschließlich für die Beheizung des
Pools zuständig sind.

1. Der Solarabsorber

Die Kostenkalkulation spielt bei der Erwärmung des Badewassers eine große Rolle. Gerade in den
Übergangszeiten im Frühling und Herbst fällt ein Großteil der Heizkosten an. Greift man auf die kostenlose
Sonnenenergie zurück, so kann man hier deutlich sparen. Kein Wunder, dass Solarabsorber mittlerweile zu den
meistverkauften Varianten der Schwimmbadbeheizung zählen. Installation und Handhabung sind einfach
und die Anschaffung ist wirtschaftlich.
Die Solarabsorber sind meist schwarz, haben daher einen besonders hohen Wirkungsgrad und amortisieren
sich selbst für einen stärker beheizten Außenpool bereits nach weniger als fünf Jahren. Ein Freibad lässt sich
mit Hilfe eines Solarabsorbers ohne weiteres von April bis September erwärmen.
1.1. So funktioniert ein Solarabsorber
Ein Wasserkreislauf führt das kalte Wasser mit Hilfe einer Pumpe aus dem Schwimmbad in die
Absorberplatten. Je mehr Wasser die von der Sonne erwärmten Absorberplatten durchfließt, umso schneller
lässt sich das Schwimmbecken erwärmen. Damit die Absorberplatten möglichst viel Sonnenenergie aufnehmen
können, sind sie schwarz oder aber mit einer nicht reflektierenden Beschichtung versehen. Solarabsorber
erzielen eine sehr hohe Wärmeausbeute und gehören deshalb zu den verlässlichsten Methoden der
Schwimmbadbeheizung. Sie sind zudem relativ preiswert und lassen sich leicht installieren und bedienen.
1.2. Wichtige Kriterien bei der Auswahl des geeigneten Absorbers
Solarabsorber sollten unbedingt UV -beständig sein, eine hohe Hitzeresistenz aufweisen, einen möglichst
hohen Absorbtionsgrad haben und zudem frostsicher sein. Dies sind die vier wichtigsten Punkte, auf die Sie bei
der Auswahl achten sollten.
Solarabsorber sind entweder
a) flexible Solarmatten aus UV-beständigem Polypropylen, durch die dünne Schläuche führen. Sie sind als
preiswerte Alternative für kleine Pools gedacht. Nicht frostfest, frostsichere Lagerung außerhalb der
Saison notwendig
b) Solarkollektor aus TPE (Thermoplastischer Elastomer) besteht aus einzelnen Röhrchen die fest
miteinander
verbunden sind. Beständig gegen chemische Einflüsse, unempfindlich bei Frost.
c) OKU-Solarplatten aus HDPE (High Density Polyethylen) die vom Schwimmbadwasser vollständig
durchströmt werden. Die Platten sind absolut frostsicher, chemikalienbeständig, begehbar und gegen
Marderbisse geschützt. Auch geeignet für Salzwasser.
Alle Ausführungen nutzen die Sonnenstrahlung direkt. Das Schwimmbadwasser wird in die Absorber gepumpt
und erwärmt sich dort wie in einem Gartenschlauch, der in der Sonne liegt. Der Betrieb der Solarabsorber
erfolgt über die vorhandene Pumpe, allerdings muss diese entsprechend dimensioniert sein. Die Absorber-
Anlage kann aber auch mit einer separaten Pumpe betrieben werden.
Absorberplatten sollten nicht nur widerstandsfähig von außen gegenüber Hitze, Kälte und starken
Temperaturschwankungen sein, sondern auch innen den ständigen Durchfluss von aufbereitetem Badewasser
möglichst lange unbeschadet verkraften. Das Badewasser enthält viele chemische Zusatzstoffe und
Desinfektionsmittel, die das Material angreifen und durch Oxidation zu Schäden führen können.
Bei der Auswahl des Absorbers sollte man aber auch Kriterien wie Handhabbarkeit bei der Entleerung,
Stabilität und Wirkungsgrad berücksichtigen. Hier gibt es große Unterschiede. Die leichte und vollständige
Entleerung des Absorbers ist sehr wichtig, zum einen, weil es sonst im Winter zu Frostschäden kommen
könnte und zum anderen, weil zurückbleibendes Wasser verkeimen könnte und somit zu Verunreinigungen des
Badewassers führen kann.

1.3. Auslegung der Absorber
Je nach Größe des Beckens benötigt man eine entsprechende Anzahl an Absorbern. Je günstiger der Absorber
angebracht wird, umso höher ist die Wärmeausbeute. In der Regel geht man davon aus, dass der Absorber
eine Wassertemperatur von 26 bis 30 Grad Celsius bereitstellen soll. Die Temperaturregelung übernimmt eine
Differenztemperatursteuerung, die kontinuierlich die Temperatur des Absorbers mit der des Badewassers
abgleicht.
1.4. Die Ausrichtung der Absorber
Am besten ist eine Ausrichtung der Absorber nach Süden. Da dies jedoch nicht immer möglich ist, muss der zu
erzielende Wirkungsgrad je nach Lage und Neigung individuell errechnet werden.
Solarabsorber lassen sich nicht nur auf Dächern, sondern auch auf Carports, auf dem Boden oder an Mauern
anbringen. Die Rohrleitungen des Absorbers sollten so liegen, dass sie von unten nach oben durchströmt
werden, damit eine komplette Entlüftung möglich ist. Luft im System kann zu Störgeräuschen und
verringertem Wirkungsgrad führen.
Wird das Schwimmbecken in den Wintermonaten stillgelegt, müssen die Absorber entleert werden.
1.5. Wie hoch sind die Kosten für einen Solarabsorber?
Berechnungsbeispiel: ein 8 mal 4 Meter großes Außenbecken mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von
1,50m, benötigt circa 45 Kubikmeter Wasser. Die Wasseroberfläche beträgt 32 m².
Das Becken sollte über eine Abdeckung verfügen, die die Verdunstung und den Wärmeverlust deutlich
verringert. Wenn die Absorber nach Süden ausgerichtet sind und mit einem Neigungsgrad von etwa 60 Grad
angebracht wurden, benötigen Sie eine Absorberfläche von etwa 27 Quadratmetern. Pro Quadratmeter müssen
Sie mit Kosten zwischen 50 und 90 Euro rechnen.
Die Gesamtkosten ohne Montage für die Absorberfläche belaufen sich in diesem Beispiel auf etwa 2500 Euro
Im Verhältnis zu den momentanen Heizölpreisen amortisieren sich die Absorber in weniger als drei Jahren.

2. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe

Genau genommen ist die Wärmepumpe nichts anderes als ein Kühlschrank: gleiche Technik und umgekehrter
Nutzen.
Es wird nicht Lebensmitteln Wärme entzogen, um diese zu kühlen, sondern der Umgebung wird Wärme
entzogen, um einen Raum oder das Wasser zu beheizen.
Bei den Schwimmbad-Wärmepumpen handelt es sich meistens um Luft/Wasser-Wärmepumpen, die die
eingesetzte elektrische Energie mit der Energie aus der Umwelt vervielfachen. Je wärmer die Außenluft ist,
desto höher ist i.d.R. die in ihr erhaltene Feuchtigkeit und damit der Energiegehalt.
Je mehr die Lufttemperatur abkühlt, um so mehr lässt auch die Leistung der Wärmepumpe nach, weil kalte
Luft weniger Feuchte enthält und trockene Luft sehr energiearm ist. Das heißt aber im Umkehrschluss: In den
Übergangswochen im Frühjahr und Herbst, wenn die Nachttemperaturen knapp unter Null sind und die
Tagestemperaturen bei etwa 5 bis 10 Grad C liegen, kann man trotzdem den Pool über die Wärmepumpe
beheizen.
Aufgestellt werden sie in der Nähe des Schwimmbeckens. Gewisse Laufgeräusche lassen sich dabei nicht
vermeiden. Deshalb sollten Wärmepumpen am besten in etwa einem Meter Distanz zu einer Hecke stehen, die
schallisoliert. Vor einer Betonwand würde sich das Geräusch unangenehm verstärken und so eventuell sogar
Nachbarn belästigen.

3. Der Wärmetauscher

Mit Hilfe eines Wärmetauschers lässt sich Ihr Pool direkt an Ihren Gas- oder Ölkessel beziehungsweise an Ihre
Wärmepumpe im Haus anschließen. Der Wärmetauscher funktioniert folgendermaßen: Auf der einen Seite
fließt warmes Wasser aus der Heizung in ihn hinein, auf der anderen Seite fließt das kalte Wasser aus dem
Pool dagegen. Das warme Wasser gibt die Wärme ab und erwärmt somit das kalte Wasser.
Ein Wärmetauscher fungiert als Zwischenglied zwischen den beiden Wasserkreisläufen aus dem Pool und dem
Wasser der Zentralheizung.
Es gibt so genannte Röhrenwärmetauscher und Plattenwärmetauscher.
Heutzutage gilt die Beheizung eines Pools allein über einen Wärmetauscher als unwirtschaftlich. In
Kombination mit einer Solaranlage lässt sich allerdings ein Großteil der Heizölkosten einsparen. Für ein 8 mal 4
Meter großes Becken kalkuliert man mit einer Einsparung von über 1000 Litern Heizöl im Jahr, erfolgt die
Beheizung zusätzlich über Solarabsorber oder Sonnenkollektoren.

4. Die Solarfolie

ist eine nach Schwimmbad-Maß gefertigte Luftpolsterfolie. Die Solarmatte besteht aus einem besonders
haltbaren und UV- stabilisiertem Kunststoff, die Noppen der Solarmatten befinden sich unten - und die glatte
Folie der Solarmatte oben - so schwimmt das ganze auf dem Wasser. Passend zu den Solarmatten gibt es
verschiedene Aufrollvorrichtungen, die auf Böcken am Rand vom Schwimmbad angebracht werden. Per
Handkurbel kann so die Solarmatte schnell aufgerollt werden.
Zum Abdecken wird die Solarfolie dann einfach an einem Seil wieder über die Wasserfläche gezogen.
Solarfolien schützen das Wasser vor Schmutz, verhindern Wärmeverluste und Verdunstungen. Aber sie sind
nicht begehbar und bieten keinen Schutz gegen das Hineinfallen. Hierfür werden stabilere Schwimmbad
Abdeckungen benötigt. Mit einer Solarfolie wird durchschnittlich ein zusätzlicher Wärmegewinn von 3 - 5° C
erreicht.


Für jeden Pool und Geldbeutel gibt es eine passende Lösung

Ein Außenpool benötigt weitaus mehr Energie als ein Innenbecken in der Halle. Ursache ist der hohe
Wärmverlust. Im Durchschnitt geht man davon aus, dass ein Außenschwimmbad bei einer Betriebszeit von
April bis September in etwa 14.500 kWh benötigt, das entspricht im Vergleich ungefähr 1700 Liter Heizöl.
Bei der Nutzung der Solarenergie kann man hier deutlich Kosten sparen. Gerade in der Übergangszeit im
Frühjahr und Herbst muss das Poolwasser erwärmt werden. In diesen Zeiten fallen die Hauptkosten für die
Schwimmbadbeheizung an. Solarabsorber sind hier die kostengünstigste Lösung. Sie nutzen die
Sonnenenergie zum Nulltarif und gehören nicht nur in der Anschaffung zu den preiswertesten
Beheizungsvarianten für das Schwimmbecken. Aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades amortisieren sie sich
schneller als andere Beheizungssysteme.
Auf Dauer rechnet sich eine Solaranlage mit Solarabsorbern jedoch besser. Sie ist in der Anschaffung kostenmäßig
vertretbar, verfügt über einen hohen Wirkungsgrad und ist daher auf längere Sicht die wirtschaftlichste Lösung
zur Schwimmbadbeheizung. Wer langfristig denkt und rechnet, setzt daher unbedingt auf diese regenerative
Beheizung, die sich die kostenlose Wärme der Sonne zunutze macht.
Weiter senken können Sie die Kosten für die Beheizung des Badewassers mit der entsprechenden Abdeckung.
Ob Solarfolie aus Luftpolsterfolie, Rollladenabdeckung oder sonstigen Varianten, allen ist eines gemeinsam: Sie
verhindern nachweislich den Wärmeverlust. Nach jeder Benutzung sollte der Pool daher gut abgedeckt werden.
Mit keiner anderen Methode können Sie besser Energie sparen. In Kombination mit einer Solaranlage ist dies
die günstigste Methode, um das Wasser in Ihrem Schwimmbecken auf angenehme 28 bis 30 Grad zu erhitzen
und um die Badesaison so lange wie möglich in den Herbst hinein zu verlängern.